Was du über Sweatshops wissen musst


05.10.2021

Wenn du  Kleidung kaufst, besteht die Möglichkeit, dass sie in einem Sweatshop hergestellt wurde. Als Käufer fragen wir uns nicht allzu oft, woher die Produkte auf unseren Einkaufslisten stammen. Aber High Street Fashion ist das Herzstück der modernen Sklaverei.

 

Wie funktionieren Sweatshops?

Modemarken brauchen heutzutage viel Kleidung. Allein Zara produziert jährlich 840 Millionen davon. Die meisten Modemarken lagern die Produktion ihrer Kleidungsstücke an Auftragnehmer in Ländern aus, in denen die Arbeitskräfte billiger sind. Das hilft ihnen, ihre Preise niedrig zu halten und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Gewinnspanne bei Kleidung, die nur wenige Euro kostet, ist gering. Trotzdem muss jeder etwas verdienen: Die Modemarke, der Auftragnehmer und die Arbeiter. Der Auftragnehmer kann seinen Gewinn steigern, wenn er an Platz und Löhnen für seine Mitarbeiter spart. Die Modemarken sind die Kunden und diktieren die Preise; sie entscheiden sich oft für das niedrigste Angebot. Daher werden die Auftragnehmer versuchen, so viele Leute wie möglich in die Fabriken zu quetschen und ihnen so wenig wie möglich zu bezahlen. Die Arbeitsbedingungen variieren von Sweatshop zu Sweatshop. Einige haben bessere als andere, aber alle haben gefährliche Arbeitsumgebungen.

 

Was ist schlecht an Sweatshops?

Ziemlich viele Dinge. Zuallererst erschweren die überfüllten Bedingungen die Arbeit. Oftmals gibt es in dem von der Modemarke gewählten Land keine angemessenen Sicherheitsvorschriften für Arbeiter oder werden sie nicht durchgesetzt. Während der Pandemie bedeutete das, dass die Mitarbeiter oft keine Masken und andere PSA hatten, um sich vor Covid zu schützen. Fehlende Sicherheitsausrüstung kann zu schweren Unfällen führen. Wenn das Mitarbeitern passiert, bekommen sie keinen bezahlten Urlaub, sondern verlieren möglicherweise ihren Job. Da ihr Gehalt niedrig ist, können sie sich oft keinen Arzt leisten. Das kann zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen.

Das gleiche kann passieren, wenn die Mitarbeiter die Kleidungsstücke nicht innerhalb der vom Händler gesetzten Frist fertigstellen. Und wenn Modefirmen ihren Auftrag stornieren, feuert der Auftragnehmer häufig Mitarbeiter an Ort und Stelle oder zwingt sie zu unbezahlten Überstunden.

 

Dann ist da noch das Thema Kinderarbeit. Obwohl es in den meisten Ländern der Welt Gesetze gibt, die die Beschäftigung von Kindern verbieten, werden sie in vielen Ländern nicht durchgesetzt. Und wenn man arm ist, muss jedes Familienmitglied mit anpacken. Deshalb müssen immer noch 160 Millionen Kinder arbeiten, statt zur Schule zu gehen. Das bedeutet natürlich, dass ihnen eine gute Bildung entgeht, die sie aus der Armut befreien könnte.

 

Was kannst du tun, um zu helfen?

Sweatshops sind eine Realität der Modebranche. Es gibt sie, weil wir alle erschwingliche Mode lieben, die die neuesten Trends widerspiegelt. Und seien wir ehrlich: Es ist schwer, das gleiche Mitgefühl für Menschen zu empfinden, die du noch nie getroffen hast und die in einem Land leben, das weit von dir entfernt ist. Wenn wir uns nicht mit ihnen identifizieren können, haben wir weniger das Bedürfnis, die Situation zu verbessern. Aber es gibt eine Möglichkeit, das zu ändern. Lern einige von ihnen kennen, indem du dir Videos wie diese hier ansiehst. Aber du kannst noch mehr tun.

 

Werde zum Fast Fashion-Experten

Mittlerweile gibt es jede Menge gute Bücher und Filme zu dem Thema. Laura Bravado hat ein großartiges Buch mit dem Titel “How to break up with fast Fashion” geschrieben, das dir dabei hilft, genau das zu tun. “Fashion Changers” von Jana Braumüller ist ein großartiger Ratgeber mit vielen praktischen Tipps. Und durch die Dokumentation “Faire Mode statt Fast Fashion” bekommst du einen Einblick in die Welt der Sweatshops und der Schäden, die die Modeindustrie anrichtet.

 

Geh weniger oft shoppen

Geschäfte sind so konzipiert, dass du dich beim Geldausgeben wohl fühlst. Das Ladendesign, der Geruch, die Musik, alles dient einem Ziel: Dich von deinem Geld zu trennen. Und oft ist das Einkaufen zur Gewohnheit geworden, eine Möglichkeit, sich mit Freunden zu treffen und einen Nachmittag damit zu verbringen, durch die Geschäfte zu stöbern. Wie bei jeder Routine hast du die Macht, sie zu ändern. Überlege dir, wie du deine Gewohnheiten ändern kannst. Vielleicht kannst du deine Freunde im Park treffen oder einen Kaffee trinken gehen, anstatt zu shoppen. Du wirst vielleicht feststellen, dass du diese coole Kleidung doch nicht kaufen musstest.

 

Vermeide Marken, die in Sweatshops hergestellt werden

Du bist dir nicht sicher, welche das tun? Hier ist eine Liste von 13 davon. Einige dieser Marken ändern langsam ihre Arbeitsweise, hab also ein Auge auf deine Lieblingsmarken. Du kannst auch mit Hilfe von Tools wie Good on You nach Marken suchen, um zu sehen, welche davon sich bemühen, die Modebranche zu verändern.

 

Gebraucht kaufen

War klar, dass wir das sagen würden, oder? Bereits produzierte Kleidung zu kaufen, ist für viele Menschen oft der einfachste Weg zu nachhaltiger Kleidung. Du kannst immer noch Marken tragen, die du liebst oder ein einzigartiges Stück finden, ohne die unbequemen Wahrheiten hinter dem Label ignorieren zu müssen. Wie wir in einem anderen Blogbeitrag bereits erwähnt haben, sind Kleidungsstücke, die bis Ende der 90er Jahre hergestellt wurden, oft von höherer Qualität,. Es gibt so viele Möglichkeiten, Vintage-Kleidung zu finden: Eine Kleidertauschparty zu organisieren, ist eine davon. Und wer mag keine Partys? 

 

Es gibt einige Anzeichen dafür, dass die Modeindustrie, angetrieben von bewussten Verbrauchern, ihre Praktiken langsam verbessert. Aber es ist noch ein weiter Weg, bis sich die Arbeitsbedingungen für alle verbessern. Veränderung braucht Zeit. Indem du Kleidung kaufst, die nicht in einem Sweatshop hergestellt wurde, kannst du deinen Teil dazu beitragen, den Prozess zu beschleunigen.

 

Wenn du wissen möchtest, was du sonst noch tun kannst, um Mode nachhaltig zu gestalten, kannst du hier unseren Newsletter abonnieren: https://vinokilo.com/

 

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