Soviel Co2 steckt in Mode


17.09.2021
Geschrieben von Melody Flumendorf

Soviel Co2 steckt in Mode

Brände. Überschwemmungen. Abholzung. Der Klimawandel hat sich in diesem Jahr noch deutlicher bemerkbar gemacht. Gründe für die globale Erwärmung gibt es viele, aber alle gehen auf ein Problem zurück: Wir konsumieren zu viel. Die Modebranche ist keine Ausnahme. Aber wie schädlich ist sie eigentlich?

Das Verrückte ist, wir haben nicht einmal verlässliche Daten über die Auswirkungen der Modeindustrie. Das werden dir nicht viele Artikel sagen, aber nur wenige Fakten basieren auf wissenschaftllichen Studien. Die meisten zitieren die gleichen Quellen: WWF, den McKinsey Bericht, die Ellen McArthurStiftung. Der Rest basiert auf Schätzungen und Bauchgefühl. Wie alle anderen kann auch Vinokilo nur mit dem arbeiten, was wir haben, daher werden wir diese Quellen hier zitieren. Im Gegensatz zu allen anderen möchten wir dies jedoch transparent machen.

Im Jahr 2018 war die Modeindustrie für 2,1 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen (THG) verantwortlich. Das sind etwa 4% der weltweiten Gesamtmenge. Das ist ungefähr die gleiche Menge pro Jahr wie die der gesamten Volkswirtschaften Frankreichs, Deutschlands und des Vereinigten Königreichs zusammen. Und die Modeindustrie verschwendet jede Menge Wasser. Sie ist für 20 % des weltweiten Abwassers verantwortlich.

Aber Kleidung kann recycelt werden!

Ja, das schon – aber es ist schwieriger geworden. Schon bevor Lockdown-Stretch so beliebt wurde,wollten wir alle elastische Fasern für einen lässigen Look. Das aber macht es schwieriger, ausrangierte Kleidung zu recyceln. Sogenannte Mischfasern machen es schwer, die einzelnen Stoffe wieder voneinander zu trennen. Seit den 90er Jahren hat die Qualität der Kleidung, die wir tragen, deutlich nachgelassen. Chemiefasern sind einfach billiger und schneller herzustellen. Daher werden run 85 % aller Kleidungsstücke in den USA entweder weggeworfen oder verbrannt, nicht recycelt. Und noch bevor sie dort ankommen, verschmutzen Kleider die Erde. Sie machen 9% des Mikroplastiks aus, das wir im Meer finden. Kleidung hat also einen sehr hohen Co2- Fußabdruck. 

Was genau ist ein CO2-Fußabdruck?

Es ist eine einfache Möglichkeit, die Auswirkungen, die du auf die Umwelt hast, zu messen. Dein CO2-Fußabdruck fasst das gesamte Kohlendioxid (Co2) zusammen, das durch deinen Lebensstil entsteht. Das kann direkt oder indirekt sein. Du kannst deinen Fußabdruck mit Hilfe des WWF berechnen. Denk daran, dass solche Rechner eine Schätzung und keine genaue Zahl liefern. Sie können dir jedoch helfen, zu sehen, wo du bereits ziemlich gut abschneidest, und dir Tipps zur Verbesserung geben.

Was ist eine gute CO2-Bilanz?

Weltweit beträgt der durchschnittliche CO2-Fußabdruck rund 4 Tonnen. Um Wirkung zu erzielen, sollten wir alle darauf abzielen, es auf 2 Tonnen zu reduzieren.

Was kann die Modebranche tun?

Derzeit werden aufgrund massiver Überproduktion nur 60% der Kleidung zum vollen Preis verkauft. Weniger Kleidung zu produzieren, würde weniger Verpackungen und weniger LKWs auf der Straße bedeuten. Zusammen mit Verbesserungen im Einzelhandel könnte das bis 2030 rund 308 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Gar nicht schlecht.

Diese Änderungen würden nicht einmal viel Geld kosten: Laut McKinsey würden 90 % davon unter 50 US-Dollar pro Tonne CO2-Emissionen kosten. Die ehemalige CEO von Global Fashion Agenda, Eva Kruse, bringt es auf den Punkt: “Echter, nachhaltiger Wandel hängt von der Fähigkeit der Modebranche ab, zusammenzuarbeiten.” Das Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, in der Gegenstände recycelt werden und die Rohstoffe immer wieder verwendet werden können. Aber auch Sie als Verbraucher kannst du viel tun, um die Dinge zum Besseren zu verändern.

Was kann ich tun, um meinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren?

Wäsche seltener waschen

Wir empfehlen dir nicht, müffelnde Sachen weiterzutragen, aber heutzutage waschen wir unsere Kleidung oft aus Gewohnheit, nicht aus Notwendigkeit.Hier findest du einen Überblick, wie oft du was waschen solltest. 

Kaufe hochwertige Artikel

Egal, ob du Secondhand-Artikel kaufst oder nicht, wähle immer Kleidung aus hochwertigen Fasern. Die werden länger gut aussehen. Das bedeutet nicht, dass Naturfasern immer besser sind. Was wirklich zählt, ist die Lebensdauer des gekauften Artikels. Ein synthetisches Top, das 5 Jahre hält, ist besser für die Umwelt als ein Leinentop, das du nach 2 Jahren nicht mehr tragen kannst. Das gleiche gilt für Schuhe. Widersteh dem Drang, Sommersandalen für ein paar Euro zu kaufen, und besorge dir einige qualitativ hochwertige Sandalen, die du jahrelang tragen kannst. Der Planet wird es dir danken.

Pflege deine Kleidung

Wusstest du, dass die Hälfte der Deutschen ihre Kleidung nicht mehr repariert? Wenn du einer von ihnen bist, mach dir keine Sorgen, wir kennen das auch. Unser Team hat sich einmal einer DIY-Herausforderung gestellt, und sagen wir mal, nicht jeder Knopf blieb am Hemd. Es gibt einige hilfreiche Anleitungen online, die es dir leichter machen. Ist eine rote Socke in der weißen Wäsche gelandet? Hat dein Lieblingskleid Sonnencremeflecken? Es gibt immer eine Lösung. Und dafür gibt es natürlich eine App.

Such dir Kleidung, die zu dir passt

Die Auswahl der richtigen Teile für deinen Lebensstil und Körper kann schwierig sein. Zum Glück gibt es jede Menge Modeblogger, die das schon für dich getan haben. Ihre Tipps können dir zeigen, wie du deinen eigenen Stil umweltbewusst umsetzen kannst. Und ja, man kann mit Fast Fashion Schluss machen und Mode trotzdem genießen. Denk daran, dass die Leute bis in die 90er, als Fast Fashion noch nicht gab, genau das taten.

 

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